TOTE BESTATTEN - HOFFNUNG GEWINNEN

BLUMENWIESE

Eigentlich sollten wir heute mit 100 km/h darüber hinweg rasen können. Als 1969 das Autobahnkreuz München-Nord gebaut wurde, sollte die Kirche Heilig Kreuz und ihr Friedhof zugunsten einer Spange abgerissen werden. Münchens ältestes Gebäude – ein Teil der Mauern stammt aus dem Jahr 815 – wäre der modernen Massenmobilität geopfert worden. Aktivisten aus der Pfarrgemeinde Sankt Albert konnten dies im letzten Moment verhindern.

In dem durch Wege markierten Dreieck zwischen Kirche und Autobahn laden drei Betonkuben ein, sich hinzusetzen und sich vom im Hintergrund zu hörenden Rasen der Autobahn zu entkoppeln. Sie markieren ein Blumenfeld: Sieben aus Blüteninseln wirst du entdecken, wenn du dieses Feld achtsam erkundest.

STERBEN UND AUFERSTEHEN

Einen Denkanstoß dazu findest Du in einer der Randschriften des Alten Testaments, im Buch Tobias, Kapitel 1-3: Tote zu bestatten ist nicht nur ein Akt der Menschlichkeit, sondern auch unverzichtbar für die kulturelle Identität.

Ludwig Maile, 83 Jahre, hat es sich zur Lebensaufgabe gemacht, diese Erinnerungsinsel gegen das Rasen der Zeit zu verteidigen. „Wir haben dafür gesorgt, dass die Bagger an der Friedhofsmauer halt machen“ erinnert sich der langjährige Kirchenpfleger von Heilig Kreuz.

Ein guter Ort, sich zu fragen: Welche Erinnerungen „pflegst“ Du? Wie „pflegst“ Du sie? Welche Orte und Gegenstände stemmen sich in deinem Leben dem Vergessen entgegen?

 

Station 7: Heilig-Kreuz-Kirche Fröttmaning
Lottlisa-Behling-Weg 7
80939 München
U6 Fröttmaning

Zurück zum Ausgangspunkt:
Rad: zurück zur Arena – Radwegweiser Freimann / M.O.C. folgen – Radwegweiser Harthof / Oberschleißheim folgen – bis rechts in Hugo-Wolf-Straße (Versöhnungskirche: Kirchenküche, KiTa, Diakoniestation, HPT, Lese-Insel) – weiter Hugo-Wolf-Straße bis rechts in Neuherbergstraße

 
Station-7_1